TRAUMA-AMBULANZ Westholstein


Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern bauen wir eine Trauma-Ambulanz auf, die derzeit aus Mitteln des Opferentschädigungsgesetztes (OEG) und mit Hilfe verschiedener Partner finanziert wird.

Unter einem Trauma können wir eine Situation verstehen, in der ein Mensch vollkommen hilflos und ohnmächtig einem Geschehen ausgeliefert ist, das er nicht beeinflussen kann.

Mit betroffenen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie mit deren Umfeld wird zunächst die Symptomentstehung geklärt. Sie werden stabilisiert und sie erhalten eine Anleitung zur Aktivierung ihrer (Selbst-)Heilungskräfte. Bei Bedarf werden weitergehende therapeutische Hilfen zur Verfügung gestellt. Zudem führen wir Coachings und Fortbildungen für Fachkräfte durch.

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Unsere Aufgabenbereiche

Beratung und Intervention
Wir bieten Kindern, Jugendlichen und deren sozialem Umfeld psychotraumatologische Erstversorgung, Krisenintervention und Stabilisierung durch weibliche oder männliche Fachkräfte an und vermitteln bei weitergehenden Bedarfen an psychosoziale und therapeutische Hilfen und Angebote. Dabei ist es gleich, ob eine akute Traumatisierung oder chronifizierte Traumafolgestörungen vorliegen. Melden Sie sich gern – auch wenn Sie sich nicht sicher sind, ob das Angebot für Sie passt. Wir klären Ihr Anliegen und Ihren Bedarf mit Ihnen gemeinsam.

Unterstützung für gewaltbelastete Erwachsene
Sie sind selbst gewaltausübend und wollen Ihr Verhalten ändern? Sie haben selbst traumatische Erfahrungen gemacht? Sie unternehmen nichts gegen die Gewalt Ihres Partners oder Ihrer Partnerin, würden gern etwas tun, aber wissen nicht, was oder wie? Sie haben bislang die Anzeichen nicht bemerkt? Sie wollen Ihre Kinder gewaltfrei und respektvoll begleiten und brauchen hierfür Unterstützung?  Melden Sie sich – wir werden gemeinsam Ihr Anliegen klären und uns bemühen, Sie auf Ihrem Weg zu unterstützen, damit es  Ihren Kindern und Ihnen wieder besser geht.

Screening
Medizinischen wie pädagogischen Fachkräften aus Jugendhilfe und Schulen stellen wir ein gut zu handhabendes Screening-Instrument zur Verfügung, mit dem sie Anzeichen für eine Traumatisierung feststellen können.  Wir führen Sie in die Handhabung kurz ein.

Fachberatung
Dieses Angebot richtet sich an Fachkräfte aus dem pädagogischen und medizinischen Bereich, die einen Verdacht (auf familiale Gewalt und Kindeswohlgefährdung) klären wollen und/oder Unterstützung bei der Planung und Umsetzung weiterer Schritte wünschen. Lehrkräfte und SchulsozialpädagogInnen werden über unser vom Schulamt des Kreises Pinneberg gefördertes Projekt tipp-kid Schule unterstützt.
Die Fachberatung erfolgt Anliegen orientiert – von einer klassischen Verdachtsklärung und einer Risikobewertung im Kontext einer (drohenden) Kindeswohlgefährdung nach nach § 8a KJHG, über Hilfen bei der Beobachtung und Dokumentation bis hin zu den Fragen „Wie spreche ich´s an?“ und „Welche Hilfen gibt es?“.
Das Angebot ist kostenlos und kann persönlich – auch vor Ort in der jeweiligen Einrichtung oder Praxis – oder telefonisch in Anspruch genommen werden.

Fortbildungen
Das Angebot ist auf die Bedarfe der jeweiligen medizinischen Sparten und die pädagogischen Zielgruppen bezogen.  Es ist in Grundlagen- und Aufbaumodule gegliedert und kann Ihren speziellen Bedürfnissen angepasst werden. Die Fortbildungen beinhalten Grundlagenwissen zu Formen, Dynamiken, Auswirkungen und Anzeichen familialer Gewalt; auf Wunsch speziell zu Beziehungsgewalt. Zudem können Module zu den Themen Vorgehen in Verdachtsfällen, Gesprächsführung und weitere Hilfen gebucht werden. Weitere Themen sind Eigensicherung, Kindeswohlgefährdung, die Gestaltung gewaltsensibler Räume und Angebote sowie andere bedarfsgerechte Inhalte. Die Fortbildungen können sowohl in den Räumlichkeiten des Wendepunktes als auch in der jeweiligen Einrichtung oder Praxis stattfinden.
Das Angebot ist kostenpflichtig. Weitere Informationen finden Sie unter www.wendepunkt-fortbildung.de.

Unsere Kooperationspartner

Seit Anfang 2014 kooperieren wir mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie sowie der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Regio Kliniken/Sana.

Ein weiterer Kooperationspartner - insbesondere zur Versorgung gewaltbelasteter Erwachsener aus dem Kreis Steinburg - ist das Zentrum für Psychosomatische Medizin im Klinikum Itzehoe.

Im Hinblick auf rechtsmedizinische Untersuchungen / anonyme Spurensicherung arbeiten wir mit dem Institut für Rechtsmedizin des UKE zusammen.

Unsere Finanzierung

Finanziert wird die Arbeit in der Trauma-Ambulanz derzeit aus ganz unterschiedlichen Quellen.

  • Klar definierte Fälle können nach einem entsprechenden kurzen Antrag vom Landesamt für Soziale Dienste (LAsD) über das Opferentschädigungsgesetz (OEG) finanziert werden.
  • Fachberatungen für Schulen werden derzeit über unser Projekt TIPP KID Schule vom Schulamt des Kreises Pinneberg finanziert.
  • Therapeutische Interventionen, die über unsere Kooperationspartner in den Kliniken erbracht werden, können über die Krankenkassen abgerechnet werden.
  • In unserer Arbeit sind wir aber derzeit auch ganz dringend auf Drittmittel angewiesen. Derzeit unterstützen uns dankenswerterweise :

Appen musiziert
Rolf Heidenberger von ‚Appen musiziert‘ unterstützt das Projekt, weil „seelisch schwer verletzte Kinder und deren Familien schnelle und unbürokratische Hilfe brauchen. Es ist nicht nur völlig unerträglich, dass Kinder und Jugendliche in unvorstellbarem Ausmaß alltäglich Gewalt und Missbrauch erleben. Zu allem Überfluss gibt es auch noch viel zu wenige Traumaexperten, d.h. betroffene Kinder landen auf langen Wartelisten. Nicht oder zu spät behandelte Traumata bergen aber immer die Gefahr von hochbelastenden Langzeitschäden! Die wollen wir vermeiden helfen.“

Kroschke-Stiftung
Für Margret Matthies, Geschäftsführerin der Kroschke Stiftung, ist es wichtig, dass für jedes betroffene Kind die beste Therapieform ermittelt wird. „Ein traumatisches Erlebnis wie ein Unfall oder eine Gewalterfahrung ist an sich schon schlimm genug. Endlich finden die Opfer im Einzugsbereich der Trauma-Ambulanz Westholstein bei der Verarbeitung der Erlebnisse nicht nur schnelle sondern auch passgenaue Hilfe, so dass die Kinder und ihre Familien nicht noch Jahre später unnötig an den Folgen leiden müssen.“

H.U. Grade Stiftung
Angelika Grade - Schielein, Geschäftsführerin der Elmshorner H.U. Grade Stiftung, hält schnelle und fachlich kompetente Hilfe für unverzichtbar. „Auf diese Weise können wir mit unserer Stiftung einen Beitrag dazu leisten, dass Kinder und Jugendliche in unserer Region bei der Verarbeitung bedrückender Erlebnisse unterstützt werden können. Ihre seelischen Verletzungen sollen möglichst gut verheilen können.“

Weitere Unterstützer/innen werden dringend gesucht, da auch weiterhin der größte Teil der Arbeit in der Trauma-Ambulanz noch nicht finanziell abgesichert ist!

Erreichbarkeit

Hilfe und Beratung für Kinder und Jugendliche:

Montag – Donnerstag 8 – 16 Uhr / Freitag 8 - 12 Uhr
Wendepunkt e.V.
Gärtnerstr. 10-14, 25335 Elmshorn
04121-47573-0
verwaltung (at) wendepunkt-ev.de

Montag – Donnerstag 16 - 8 Uhr / Freitag 12 – Montag 8 Uhr
Regio Kliniken / Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
Agnes-Karll-Allee 17, 25337 Elmshorn
04121-798-762
kjp-reg (at) sana.de

Informationen zu Hilfe und Beratung für Erwachsene folgen demnächst!

Über den Wendepunkt können auch rechtsmedizinische Untersuchungen vereinbart werden, die vom UKE / Institut für Rechtsmedizin durchgeführt werden. Mehr Informationen finden Sie hier!

Ansprechpartner

Dirk Jacobsen (Leitung)
Dipl. Psychologe, Psychotherapeut mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie, Systemischer Familientherapeut, EMDR